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„Für mich war es ein krasses Gefühl, Teil von so etwas zu sein“ 

Demokratiebildung und Teilhabe
Drei Jugendliche vom Projekt Crossborder Remix

© DKJS/Valentum Kommunikation

Dokumentation zum Filmabend als Abschluss des Themenschwerpunkts Demokratie & Teilhabe 

Techno-March-Musik verbreitet gute Laune, immer mehr Leute trudeln im digitalen Veranstaltungsraum ein, die Kacheln am Bildschirm vervielfachen sich: Los geht’s mit dem AUF!leben-Filmabend! „Das ist euer Abend, von Jugendlichen für Jugendliche!“ Moderatorin Victoria Reichelt verdeutlicht, wer bei der digitalen Abschlussveranstaltung zum Themenschwerpunkt Demokratie & Teilhabe im Vordergrund stehen sollte. Der Abend bot jugendlichen Projetmacherinnen und -machern eine Plattform für Austausch, gegenseitige Inspiration und Wertschätzung. 

„Wir leben Zukunft jetzt!“ 

Zunächst einmal hieß es aber „Film ab!“ für die Premiere eines besonderen Werks. Im Laufe des Jahres wurden sechs Jugendgruppen, die ihre eigenen Ideen mit Förderung durch AUF!leben umgesetzt haben mit der Kamera begleitet – für den Dokumentarfilm „Wir leben Zukunft jetzt! – Jugendprojekte im Fokus“. In knapp 40 Minuten stellt er beeindruckende Projekte vor, die Jugendlichen für Jugendliche geschaffen haben – ein Leitsatz, der sich von Anfang bis Ende durchgezogen hat.

Isolation aufbrechen, sich selbst ausprobieren, seine gemeinsame Freizeit verbringen, neue Freundschaften schließen: Der Film zeigt anschaulich, wie wichtig die Jugendprojekte nach den coronabedingten Einschränkungen waren, um junge Menschen wieder zusammenzubringen und ihren Interessen einen stärkeren Ausdruck zu geben.

„Für junge Menschen ist es ganz wichtig, eine Stimme zu bekommen und gehört zu werden.“

Franziska Wendt, Programmleiterin für Demokratie und Teilhabe in AUF!leben

Kreativ, diskursiv, integrativ 

Wie unterschiedlich das in der praktischen Umsetzung aussehen kann, verdeutlichen die sechs dokumentierten Projekte. Während in Dresden mehr als 100 junge Engagierte ein Wochenende lang über die Herausforderungen der Zukunft diskutierten, organisierten Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern mehrere Camp-Workshops, bei denen sie sich z. B. handwerklich betätigten. In der Uckermark fanden gleich zwei Projekte zeitgleich statt, in denen sich junge Menschen jeweils kreativ in Film und Musik verwirklichten. Ein interkulturelles Festival in der Multikulti-Stadt Salzgitter zeigte, dass verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Wurzeln sich an einem Ort zu Hause fühlen und ihn gemeinsam gestalten können. Auch in Osnabrück ging es um Integration – insbesondere von Menschen mit Fluchthintergrund und aus sozial schwächeren Verhältnissen. Dort setzen sich junge Engagierte mit niedrigschwelligen Unterstützungsangebote ein: von Jugendtreffs über Lernförderung und erlebnispädagogische Projekttage bis hin zu Workshops für Bildungsgerechtigkeit und Empowerment.  

Junge Menschen im Fokus 

„Es war sehr schön, einmal Eindrücke direkt von den Jugendprojekten zu bekommen, wir sitzen ja viel im Büro, hinter den Kulissen“, so das Fazit von Franziska Wendt im Anschluss an die Filmpremiere. Ihr Dank galt den mitwirkenden jungen Menschen. Begeistert haben sie vor allem die Vielfalt und Kreativität der Projektideen, der Mut der Jugendlichen, die eigenen Ideen umzusetzen, und ihr unermüdlicher Einsatz, auch in schwierigeren Phasen. 

„Ich denke, Jugendprojekte sind eine tolle Gelegenheit für junge Menschen, mitzumischen und mitzugestalten“ 

Franziska Wendt, Programmleiterin für Demokratie und Teilhabe in AUF!leben 

Auch auf der Abschlussveranstaltung sollte die Bühne vorrangig den jugendlichen Projektmacher:innen gehören. Stellvertretend berichteten daher Giovanni, Kolja und Nicita vom Musikprojekt „Crossborder Remix“ sowie Corinna und Wilhelm von jung.engangiert.teutschenthal., die eine Sport- und Freizeitanlage geschaffen haben, von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. 

„Man kann es schaffen, wenn man dran glaubt“ 

So unterschiedlich ihre Projekte waren, fällt das Fazit der Jugendlichen doch ähnlich aus – und zwar durchweg positiv. „Rein von der Qualität her und vom Aufbau, hätte ich nicht erwartet, dass es wirklich so schön wird“, berichtet Giovanni. „Wir waren eine zusammengewürfelte Truppe, die im Endeffekt dann meiner Meinung nach ein sehr schönes Produkt hinbekommen hat.“ Kolja ergänzt dazu noch eine Empfehlung für andere Projektmacher:innen: „Man darf sich nicht so darauf festsetzen, ein perfektes Ergebnis zu bekommen, denn am Ende ist der Weg das Ziel. Die Tage, an denen man zusammen war und Musik gemacht hat, waren das Allerschönste am ganzen Projekt.“ Die Herausforderungen, die es zu meistern galt, waren dabei nicht vergessen. „Anfangs war es etwas schwer, weil wir alle noch nie etwas mit sowas zu tun hatten und nicht recht wussten, wie wir da ran gehen sollen“, erzählt Wilhelm. Zudem stand die Bevölkerung in Teutschenthal nicht geschlossen hinter ihrem Vorhaben. „Es gab Leute, die zu uns anfangs gesagt haben, dass wir das eh nicht durchziehen werden. Die haben aber später gesagt, dass sie das wirklich schön finden, dass wir das geschafft haben und was wir aufgebaut haben“, so Corinna. Umso stolzer sind die jungen Menschen auf ihren Projekterfolg:

„Man hat sich einfach stark gefühlt, man war selbstbewusst, und hat gemerkt, wie man das selbst fast ohne Erwachsene durchziehen kann. Ich fand das sehr schön, wie wir das geschafft haben.“

Wilhelm, Projekt jung.engangiert.teutschenthal

Widerstand und Wertschätzung 

Trotz des Gegenwinds haben die jungen Menschen in Teutschenthal den Großteil ihres Umfelds mit ihrem Engagement mitgerissen. „Meine Begegnung mit den Jugendlichen war überwältigend. Da war Verlass“, zeigt sich beispielsweise Mandy Vater, Jugendbegleiterin vor Ort, beeindruckt. Eine besondere Wertschätzung für dieses Projekt stellte der Besuch von Bundesfamilienministerin Lisa Paus dar: „Wir haben uns sehr geehrt gefühlt, dass unser Projekt dadurch so viel Aufmerksamkeit bekommen hat“, so Corinna. Wie gut die Projekte der Jugendlichen ankamen, wurde auch auf der Abschlussveranstaltung deutlich. So war die häufigste Frage aus dem Publikum, wo die Musik aus dem Projekt „Crossborder Remix“ erhältlich sei. „Da kann man sicher etwas regeln“, entgegnete Producer Kolja darauf schmunzelnd.   
 

Zukunftspläne in Arbeit 

Doch das soll es noch lange nicht gewesen sein mit dem jugendlichen Engagement: In Teutschenthal ging aus dem Projekt ein Jugendforum hervor, das sich künftig weiteren Interessen der Jugend annehmen will. Als nächstes stehen Mobbing- und Gewaltprävention sowie ein Naturlehrpfad auf dem Programm. Auch „Crossborder Remix“ soll eine Fortsetzung finden. „Wir hoffen, dass es weiter geht, mit der ein oder anderen Vision“, so Kolja. Es soll noch mehr Vielfalt geben, nicht nur bei den Musikrichtungen. „Ich fand das Projekt total toll, auch weil es sehr gemischt war, mit Nationen, Religionen, Altersgruppen“, findet Teilnehmerin Nicita lobende Worte. Aber: „Es gab super wenig Mädchen in unserem Projekt und das würde ich mir für nächstes Jahr anders wünschen. Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass man viele Mädchen dafür begeistern kann. Mädchen können auch Musik machen – und auch rappen, wenn sie wollen.“ Entscheidend für die weitere Planung sei entsprechende finanzielle Unterstützung.  

Auf diese hoffen auch die Engagierten im Verein „Meine Bildung und ich e.V.“ aus Osnabrück, die ebenso am Filmabend teilnahmen. „Wir sind sehr zufrieden mit unserem Projekt, weil wir wirklich 500 Teilnehmer:innen erreichen konnten, darauf sind wir sehr stolz“, berichtet der Vorsitzende Mahmoud. „Jetzt sind wir gerade dabei, uns zu überlegen, was wir nächstes Jahr machen.“ 

Eigentlich gab es noch so viel mehr zu erzählen und zu erfahren. Doch auch der kurzweiligste Abend musste ein Ende finden. Also hieß es nochmal für alle: Kameras an, Mikros an und gemeinsam Tschüss sagen! 
 

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