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Themenprojekt

24h-Diskussion AUF!leben

Arbeiten in der Workshop-Phase

© DKJS/ Valentum Kommunikation

MIT!machenProjekte

In Dresden fand Anfang April, die durch AUF!leben – Zukunft ist jetzt. geförderte 24h-Diskussion AUF!leben statt. Von und für Jugendliche organisiert, tauschten sich über 100 junge Menschen zu politischen Herausforderungen der Zukunft aus.

Projektstart

  • 1. April 2022
  • Dresden
  • Verein Fortschritt-Vision-Diskurs e.V
  • mehr als 100 Teilnehmer:innen
  • Jugendliche und junge Erwachsene
Themenschwerpunkt: Demokratiebildung und Teilhabe

„Gönn‘ dir den Diskurs!“

Sie sitzen beim Essen in vertrauter Runde, unterhalten sich angeregt, lachen gemeinsam: Man könnte meinen die jungen Menschen, die sich hier am Mittagstisch zusammengefunden haben, kennen sich seit Jahren. Tatsächlich haben sich die meisten von ihnen erst am Abend zuvor kennengelernt – beim Auftakt der 24 Stunden Diskussion AUF!leben. Aus ganz Deutschland sind sie dafür nach Dresden angereist. Was sie vereint: Das Interesse und die Lust sich auszutauschen über die unterschiedlichsten Themen, die Herausforderungen unserer Zeit und Lösungsansätze für die Zukunft – von Klimawandel und Umweltschutz über Jugendbeteiligung in Politik und Ehrenamt bis hin zu Ideen gegen Antisemitismus und Extremismus.

18 Stunden haben Jugendliche diskutiert

Programmvielfalt mit Politprominenz

Fragerunde am Mikrofon

© ForVid e.V.

Genau hierfür hat die 24h-Diskussion AUF!leben eine besondere Plattform geboten. Den rund 100 teilnehmenden Jugendlichen und jungen Menschen eröffnete sich an drei Tagen ein Programm mit vielen Facetten, unter anderem einer Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten und einer Gesprächsrunde mit US-Konsulin Julia Hozakowska. Ein besonderes Highlight stellte der Besuch des Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer dar. Dieser stand den Teilnehmenden eine Stunde lang Rede und Antwort zu ihren zahlreichen Fragen und Anliegen, die unter anderem die Corona-Politik, wirtschaftliche Standortförderung, Strukturreformen des Bundes und bildungspolitische Aspekte anschnitten. Wie engagiert die Jugendlichen bei der Sache waren, zeigten die langen Schlangen hinter den Mikrofonen für Wortbeiträge. 

Eigene Schwerpunkte ohne starren Ablaufplan

Anmeldung zur 24h Diskussion AUF!leben

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Zwischen Diskussionstische zu einer Vielzahl verschiedener Themenschwerpunkte konnten die jungen Menschen je nach persönlichem Interesse frei wechseln. Exper:tinnen lieferten dabei wertvollen Input aus ihrem Wissens- und Erfahrungsstand zur Sache. „Was ich gut finde, ist die ganze Themenvielfalt, die es hier gibt. Man kann über verschiedene Themen reden und mitdiskutieren, aber man kann auch in die Tiefe gehen“, äußerte sich ein Teilnehmer begeistert. „Das ist jetzt nicht so eine Diskussion unter Freunden, sondern wirklich auch mit Experten, die einem ganz andere Dinge aufzeigen, auf die man so gar nicht gekommen wäre“, ergänzte ein anderer. Was das Format von anderen Veranstaltungen dieser Art unterscheidet: Die Offenheit! Darin waren sich die Teilnehmenden einig: „Es ist nicht so, dass du etwas eine halbe Stunde diskutieren musst. Wenn es nach einer Viertelstunde vorbei ist, dann gehst du woanders hin und redest da vielleicht eine Dreiviertelstunde. Und so kann man wirklich abhandeln, was man will.“ 
Ein weiterer wichtiger Antrieb für die meisten der jungen Menschen, nach Dresden zu kommen, war es, neue Leute kennenzulernen, sich mit ihnen auszutauschen und auch in andere Perspektiven einzutauchen. „Wie sehen es die anderen? Habe ich eine falsche Sichtweise? Andere Meinungen hier zu hören, ist wirklich sehr interessant“ beschrieb es eine Teilnehmerin. „Ich finde, dadurch kann man seinen eigenen Horizont viel besser erweitern. Ich habe hier jetzt schon – und wir sind gerade erst 1,5 Tage hier – so viel gelernt, wie in den vergangenen Wochen nicht. Und das ist, glaube ich, auch das, was ich am meisten schätze, wenn ich morgen nach Hause gehe“, ergänzte eine andere. 

Das ist mitunter das Tolle an der Sache: Die Jugend, die ja nicht überall in der Politik präsent ist, merkt hier, dass ihr Wort trotzdem wichtig ist und ihr Wort auch Gehör findet. Jeder sollte die Möglichkeit haben, hier zu sein, egal ob sie sich das finanziell leisten können oder nicht. 

Sven Richter, Vorsitzender ForViD e.V. und Organisator 

Jugenddemokratiearbeit – für alle zugänglich

Plenum 24h AUF!leben

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Organisiert wurde die 24h-Diskussion vom Verein Fortschritt-Vision-Diskurs e.V., kurz ForViD e.V., mit den beiden Vorsitzenden Sven und Vincent. Sven hatte den Verein im Jahr 2018 als 18-Jähriger gegründet und damals bereits eine erste Auflage der 24h-Diskussion durchgeführt. 2020 sollte die zweite folgen – doch dann kam Corona. „Wir mussten das Ganze nur Stunden vor Beginn noch absagen. Wir waren die letzten, die etwas machen wollten, und jetzt sind wir die ersten, die nach den Beschränkungen wieder eine Veranstaltung im Rathaus durchführen dürfen“, erzählt er. Das Konzept sieht eigentlich Präsenzveranstaltungen vor. Während Corona mussten sie innovativ werden, haben Livestreams umgesetzt, was auch alles gut funktioniert hat, wie Vincent erzählt. „Aber es war irgendwann die Luft raus. Wenn man sich nicht persönlich trifft, dann ist Jugenddemokratiearbeit sehr schwierig. Keiner hatte mehr Lust. Wir waren an einem Tiefpunkt, wir wollten fast schon aufhören.“ 
Umso besser ist das Gefühl für die beiden jungen Männer nach zwei Jahren voller Höhen und Tiefen jetzt zu erleben, dass ihr Format funktioniert, dass die Leute Spaß haben, dass Ergebnisse kommen und sie die Möglichkeit haben, damit auch etwas umzusetzen. „Es ist so schön zu sehen, dass die Diskussionsrunden so gut angenommen worden sind“, so das zufriedene Resümee. 

15 Thementische luden zur Diskussion ein

Signalwirkung für jugendliches Engagement

Dank der Förderung durch das Programm AUF!leben – Zukunft ist jetzt. konnte sich der Verein bei der Organisation der 24-Diskussion im Vergleich zu den ersten beiden Malen stark professionalisieren. Die jungen Menschen erhielten nicht nur wichtige Fördermittel, um den Aufwand personell und materiell zu stemmen, sondern auch wertvolle Ratschläge zur Vorbereitung und Umsetzung ihres Projekts. „Die DKJS hat uns wahnsinnig unterstützt, da wird man kaum fertig zu erzählen. Zum einen natürlich finanziell, man kann es nicht oft genug ansprechen. Und man darf zum zweiten nicht vergessen: Die DKJS hat uns auch pädagogische Hilfe zur Seite gestellt, das war extrem wichtig“, zeigt sich Vincent dankbar. 
Großen Wert haben die Organisatoren von Anfang an daraufgelegt, dass die Ergebnisse der Veranstaltung nicht für sich stehen, sondern weiterverwendet werden, um den Ansichten und Meinungen junger Menschen Gehör zu verschaffen und etwas damit zu bewirken. Das habe Sven bei der Teilnahme an anderen Formaten oft vermisst, daher versichert er: „Was ich unseren Teilnehmenden mitgebe ist, dass wir am Ende dieser Sache die Ergebnisse auswerten und damit auch etwas umsetzen, gerade im Jugendaktionsplan Sachsen beispielsweise.“ Damit trifft er auch den Nerv der jungen Menschen vor Ort, wie eine Teilnehmerin verdeutlicht: „Mir ist wichtig, dass die Diskurse hier nicht im Sande verlaufen, sondern dass – wie es auch versprochen wurde – Notizen gemacht werden und das auch wirklich in der Politik dann umgesetzt wird, was wir für Forderungen haben.“

Am Ende einer solchen Veranstaltung hast du immer richtig viele Leute kennengelernt, mit denen du auch später weiter in Kontakt bleibst. Das ist das Coole an diesen Veranstaltungen, weil du immer weiter deinen Menschenkreis ausbaust und dann nicht nur in deiner Stadt bist, sondern irgendwann auch in ganz Deutschland Leute hast, die du kennst. 

Teilnehmerin

4 Bundestagsabgeordnete nahmen an der 24h-Diskussion AUF!leben teil

Präsenzformat mit nachhaltig positiver Wirkung

Nicht nur die beiden Organisatoren waren mit der Veranstaltungen sehr zufrieden, auch die Reaktionen der Teilnehmenden spiegelten den positiven Eindruck wider. „Die Veranstaltung gefällt mir sehr gut. Es ist zwar anders als ich dachte – ich dachte es wären mehr Vorträge und weniger diese offene Diskussion – aber gerade das finde ich schön. Ich bin auf jeden Fall positiv überrascht“, lobte ein Jugendlicher. Viele betonten neben der inhaltlichen Ausrichtung des Formats, wie schön es ist, wieder live und persönlich mit Gleichaltrigen ins Gespräch zu kommen, wie ein Teilnehmer erklärt: „Präsenz ist einfach Tausend Mal besser. Denn oft sind die eigentlichen Diskussionen nicht im Diskussionsraum, sondern wenn man einfach am Mittagstisch zusammensitzt oder so. Das fehlt in Online-Sitzungen einfach komplett.“ Ein anderer stellte als großen Vorteil solcher Veranstaltungen heraus, dass je mehr neue junge Menschen an so etwas teilnehmen, desto mehr es sich auch in der Gesellschaft verbreiten wird, Meinungen anzuhören und dem Anderen Zeit zu geben, seine Meinung nachvollziehbar darzustellen. 
Was am Ende bleibt, ist also nicht nur, dass die Teilnehmenden um eine persönliche Erfahrung reicher sind. Sie tragen diese auch in die Welt hinaus, berichten anderen davon und lassen sie teilhaben. 
Vielleicht sind sie angeregt, ähnliches umzusetzen, wieder daran teilzunehmen und sich noch weiter einzubringen. Wer sich übrigens engagieren möchte, der ist beim ForViD e.V. herzlich willkommen, egal ob aus Dresden bzw. Sachsen oder aus anderen deutschen Orten, das bestätigt Gründer und Vorsitzender Sven noch einmal explizit: „Wir sind ganz breit aufgestellt und sind für jede Idee offen.“

Projektende

  • 3. April 2022
  • Dresden

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