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Themenprojekt

YoungVision-Sommer „Bereit. Befreit. Bereichert.“

Traumfänger im YoungVision-SommerCamp

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Projekte

Wie kommuniziere ich gewaltfrei? Wie erkenne ich meine eigenen Bedürfnisse? Wer bin ich und warum bin ich hier? Beim YoungVision-Sommer geht es darum, solchen Fragen Raum zu geben. In diesem Jahr stand das Festival unter dem Titel „Bereit. Befreit. Bereichert.“ mit besonderem Augenmerk auf den Nachwehen der coronabedingten Einschränkungen – und der Unterstützung durch AUF!leben.

Projektstart

  • 25. Mai 2022
  • Hohenmocker
  • YoungVision e.V.
  • 2013: Vereinsgründung
  • 200 Teilnehmer:innen
Themenschwerpunkt: Demokratiebildung und Teilhabe

Safe Space in einer coronageprägten Welt

35 Grad im Schatten. Die Sonne hoch am wolkenlosen Himmel. Es wird gesägt und geschraubt, geputzt und gepinselt, geschleppt und herumgeräumt. Dieses Bild malt die Vorbereitungsarbeiten für den YoungVision Sommer, der in diesem Jahr auf einem Hof in Hohenmocker stattfand. Das jährliche Festival, auf dem ein striktes Alkohol- und Drogenverbot gilt, dient jungen Menschen seit mehreren Jahren als Begegnungsraum – mit sich selbst und rund 200 Gleichaltrigen zwischen 15 und 26 Jahren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diesmal hat es unter dem Titel „Bereit. Befreit. Bereichert.“ noch einmal einen besonderen Schwerpunkt verfolgt.

Wir haben verschiedene Arten von Projekten und wir machen jedes Jahr im Sommer ein großes Projekt. Dieses Jahr haben wir uns darauf konzentriert, ein Projekt zu kreieren, bei dem junge Menschen nach der Corona-Pandemie aufgefangen werden. Es ist so, dass diese Isolation und diese ‚neue Welt‘ viele junge Menschen ganz schön ins Straucheln gebracht haben. Luna, Gründerin von YoungVision e.V.

 

Gemeinschaft auf allen Ebenen neu erleben

Die Corona-Pandemie hat ihre Spuren bei der mentalen Gesundheit junger Menschen hinterlassen. Darauf beruft sich Luna ebenso bei der Schilderung der gestiegenen Zahl an Depressionen, Soziophobien und Angststörung: „Dem begegnen wir hier auch. Wir haben ein tolles Team zusammengestellt, von Pädagog:innen, Coaches, Therapeut:innen, Ärzt:innen, eine Psychaterin ist auch da.“ Die Morgensessions beim YoungVision Sommer beschäftigten sich vorrangig mit Kommunikationstrainings, Meditation sowie Selbstreflexion und -erfahrung. Am Nachmittag stand körperbasierte Workshops wie beispielsweise Stimmarbeit im Fokus. Auch das Abendprogramm versprach mit Konzerten, Tanz und Open Stage viel Abwechslung für die Teilnehmer:innen. Kein Programmpunkt war dabei verpflichtend, jeder konnte zu den Punkten kommen, die ihn interessierten. Viele wollten aber laut Luna „die Möglichkeit, einfach zusammen zu sein, zu chillen, sich auszuruhen“ haben. So sei das Projekt in diesem Jahr ganz dem Zweck gewidmet, jungen Menschen „wieder einen Raum zu schenken, wo sie zusammenkommen können. Wieder eine Integration in den Alltag und in eine Gemeinschaft, Zusammenleben, miteinander Sein.“

Handfeste Hilfe und bedingungslose Begegnungen

Wie wichtig das ist, betont auch Tabea, die sich aktuell im Vorstand des YoungVision e.V. engagiert: „Ich merke, dass es Zeit braucht, dass ich mehr sozialer sein kann und ich nicht so sozialen Stress habe. Sozialer Stress ist, glaub‘ ich, dadurch entstanden, dass ich viel isoliert war.“ Bereits mit 13 Jahren kam sie erstmals mit dem Verein in Berührung, hat dann regelmäßig an Projekten teilgenommen und sich schließlich selbst eingebracht. „Ich habe das Gefühl, dass ich hier viel reingeben kann. Ich studiere Kultur- und Medienpädagogik, das passt hier voll dazu, zu allem, was wir machen. Ich habe auch Lust, später Workshops zu geben und anzuleiten. Es ist ein schönes Feld, um dazuzulernen“, erläutert sie ihre Motivation. Genauso entscheidend ist für sie aber die Besonderheit des Angebots: „Ich finde, dass YoungVision ganz handfeste Sachen vermittelt, die […] helfen, besser klarzukommen. Das kenne ich aus wenig Räumen, in denen Persönlichkeitsarbeit gemacht wird. Das ist mir oft zu vage.“ Auch Yannik ist seit mehreren Jahren dabei und gehört zum Organisationsteam des YoungVision Sommers. Seine erste Begegnung mit dem Verein und dessen Arbeit ist für ihn immer noch sehr präsent: „Ich wurde einfach als Mensch gesehen und geliebt, ohne dass ich irgendetwas leisten musste oder irgendwie sein. Ich konnte einfach ich sein, damit war ich richtig. Jetzt gar nicht im Sinne von richtig oder falsch. Das hat mich am meisten fasziniert und tut es bis jetzt auch immer noch“, beschreibt er seine Eindrücke. 

Tabea, Vorstand YoungVision e.V.

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Ich finde, dass YoungVision ganz handfeste Sachen vermittelt, die […] helfen, besser klarzukommen.
Tabea, Vorstand Young Vision e.V.

 

Rundum richtige Rahmenbedingungen

Um den Teilnehmer:innen des YoungVision Sommers ähnliche Erfahrungen zu ermöglichen, brauchte es einen passenden Ort. Diesen hat man auf dem Hof in Hohenmocker mit seinen zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten gefunden. Dort konnte das Organisationsteam von YoungVision ein stimmiges Umfeld im Sinne des angedachten Safe Space einrichten, mit Räumen sowohl für Gemeinschaft als auch Rückzug. Eine Kids-Area fand dabei ebenso Berücksichtigung, was die integrative und familienfreundliche Ausrichtung des Festivals verdeutlicht. Der Verein möchte junge Eltern ausdrücklich zu einer Teilnahme einladen und sie nicht von Angeboten dieser Art ausschließen. Unabhängig von der Lebenssituation des Einzelnen stellt die Einstellung der Teilnehmer:innen selbst einen wichtigen Punkt dar. „Wir haben auch Anfragen, ob man 2 Tage dabei sein kann, aber das wollen wir nicht. Man soll schon richtig fünf oder zehn Tage hier ankommen und sich darauf einlassen, weil wir gemeinsam etwas schaffen wollen“, erläutert Marie, die ebenfalls Mitglied des Organisationsteams ist. 

Bedarfsgerechte Förderung und geschätzte Würdigung

Aufbau des Festivals

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Bei den angemeldeten Teilnehmer:innen war der Wille, sich voll auf den YoungVision Sommer einzulassen, schon im Vorfeld spürbar. Einige von ihnen erklärten sich bereit, das Organisationsteam beim Aufbau zu unterstützen und reisten dafür früher an. So auch Luise, die ihre Motivation schon vor Festivalbeginn klar zum Ausdruck brachte: „Ich hab‘ total Bock, mich selbst auszugucken, an meine Grenzen zu gehen, mich mit Leuten zusammenzusetzen und ein Stück weit zu mir selbst zu kommen, ein Gespür für meine Bedürfnisse zu bekommen. Mich trauen auf Menschen zuzugehen, mich auszutauschen.“ Sie ist das erste Mal beim YoungVision Sommer dabei. „Ich habe in den letzten Jahren über verschiedene Wege davon mitbekommen, konnte aber nie dabei sein, auch aus finanziellen Gründen, weil es natürlich auch etwas kostet, gerade Verpflegung und alles. Deswegen ist es jetzt schön, dass es geklappt hat, weil es gefördert wurde“, so die 23-Jährige. Auch für Vereinsgründerin Luna bedeutet die Förderung durch AUF!leben sehr viel: „Ich bin so dankbar, dass unsere Arbeit so anerkannt wurde, dass wir dieses Geld bekommen haben. Es ist eine Bestätigung für das, was wir hier tun. Wir haben noch nie so viele Anmeldungen gehabt. Dass wir das jungen Menschen umsonst zur Verfügung stellen können, ist das Beste, was passieren konnte.“ Und vor diesem Hintergrund haben sich auch für alle Beteiligten die schweißtreibenden Aufbauarbeiten gelohnt, bei 35 Grad im Schatten, mit der Sonne hoch am wolkenlosen Himmel. 

35 Grad im Schatten war es beim Aufbau

Projektende

  • 31. August 2022
  • Hohenmocker

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