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WildeWaldCamp

© ELAN e.V.

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Natur pur: 14 Jugendliche haben mit AUF!leben neun Tage ohne Strom, Wasseranschluss und feste Unterkunft im Wald verbracht. Das erlebnis- und naturpädagogisch konzipierte „WildeWaldCamp“ geht nicht nur mit den Folgen der Corona-Pandemie um.

Projektstart

  • 13.08.2022
  • Thüringen
  • ELAN e.V.
  • 14 Teilnehmer:innen
  • 13 bis 19 Jahre
Kategorie: Kompakt – Camp

Eine kleine Kuppe oberhalb einer natürlichen Quelle im Thüringer Wald wurde mehr als eine Woche lang das Zuhause von 14 jungen Menschen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren. Einiges hatte die betreuenden Erlebnispädagog:innen Nora Falkenhahn und Bernhard Wilde vorbereitet: die nahegelegene Quelle ausgemacht, die den Campteilnehmenden frisches Wasser liefern sollte, einen Großeinkauf gemacht, der genügend Lebensmittel bereitstellte, die im Laufe des  Aufenthalts ohne viel Aufwand zubereitet werden konnten und wenig bis gar keinen Müll produzierten. Und natürlich die großen Planen mitgebracht, die die Schlafplätze für die Jugendlichen überdachen sollten.

 

Wie bleiben Grundnahrungsmittel ohne Strom kühl und frisch?

Das „in Betrieb nehmen“ der Waldwohnung vor Ort war dann allerdings bereits Aufgabe der Gruppe und natur- und erlebnispädagogisches Ziel des ELAN e.V.: Wasserholen, einen natürlichen Kühlschrank in Form eines Erdlochs graben, Holz sägen und hacken, Feuer machen und am Feuer kochen brachte die Teilnehmenden miteinander in Kontakt und Austausch und forderte sie dabei gleichzeitig kognitiv und motorisch heraus. Wie kleide ich das Erdloch so mit Zweigen und Blättern aus, dass Butter und Käse wirklich frisch und genießbar bleiben? Wo muss die Toilettengrube verortet sein, damit sie gut erreichbar ist und trotzdem weit genug weg von den Schlafplätzen liegt?

 

 

 

 

32 Ohren gewöhnten sich an Stille

Bewegungs- und Redebedarf aufnehmen

„Zunächst einmal haben wir festgestellt, dass die Jugendlichen, als sie im Wald angekommen sind, einen wahnsinnig hohen Redebedarf hatten. Es war eine sehr kommunikative Gruppe,“ erzählt Betreuerin Nora in der Rückschau. Spiele im Wald, in der auch der hohe Bewegungsdrang einiger Gruppenmitglieder berücksichtigt wurde, boten Gelegenheit, mit den Energien der Gruppe umzugehen und sie sinnstiftend und sozialkompatibel einzusetzen. So wurden aus Tannenzapfenschlachten Orientierungsläufe und jede:r fand den täglichen Gemeinschaftsdienst, der zu seinem Temperament am besten passte: Gesund und nachhaltig Kochen, Holzhacken, Wasserholen, Geschirrspülen oder Kühlschrankpflege. 

 

„Nach ein paar Tagen  bemerkten wir deutlich, dass die von uns vorab gesetzten Regeln wie die Nachtruhe ab Einbruch der Dämmerung besser eingehalten werden konnte. Auch die Mischung aus frischer Luft, viel Bewegung und ausgewogener Ernährung hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Gruppe in sich ruhiger werden konnte."
Nora Falkenhahn, erlebnispädagogische Betreuerin

Einzeln und als Gruppe wachsen

Natürlich war der neuntägige Aufenthalt im Wald für die Jugendlichen auch eine psychische und soziale Herausforderung. Plötzlich „unplugged“ zu leben, keine digitalen Medien mehr zu nutzen, sich nicht ins eigene Zimmer zurückziehen zu können, dabei ständig den Witterungsverhältnissen ausgesetzt zu sein, das alles war auch anstrengend. Regelmäßige „Befindlichkeitsrunden“, demokratische Abstimmungsprozesse zu Tagesaktivitäten und auch die ganz bewusste Möglichkeit, sich auch einmal räumlich von der Gruppe zu distanzieren haben es allerdings möglich gemacht, dass viele der am Camp Beteiligten gern nochmal zurück in den Wald kommen möchten.

Im und mit dem Wald leben

Die Jugendlichen haben in den neun Tagen im Wald ein Zuhause gefunden. Sie fühlen sich mit ihm verbunden und haben viel über seine Situation lernen können. Während des Camps im August 2022 hat es nur einen Regentag gegeben, der am letzten Abend die Trockenheit für ein paar Stunden besiegt hat und ein gemeinsames offenes Lagerfeuer unterm Sternenhimmel möglich gemacht hat. Durch den Austausch mit dem zuständigen Forstmeister haben alle dazugelernt und wissen jetzt zum Beispiel, dass der Borkenkäfer die Bäume des Waldes aktuell deswegen so effektiv schädigen kann, weil die extreme Trockenheit der letzten Jahre die Abwehrkräfte der Bäume geschwächt hat. 

„Wenn ich im Wald sein kann, kann ich meine Akkus aufladen, bevor ich wieder in die Schule gehe."
Eine Camp-Teilnehmerin

Projektende

  • 21.08.2022
  • Thüringen

Wie es weiter geht

Auch der Förster des Waldgebiets, in dem das Camp stattfand, empfängt die Gruppe in Zukunft gern wieder. Er hat den Jugendlichen und ihren Betreuer:innen schon beim nun vergangenen Besuch erklären können, wie sich die Folgen des Klimawandels am Wald abzeichnen und was es für Möglichkeiten gibt, in der Forstwirtschaft darauf zu reagieren. die Jugendlichen haben in den neun Tagen Camp nicht nur im Wald, sondern auch mit dem Wald gelebt, sich mit ihm verbunden. Gern möchten einige Teilnehmende dem Förster im kommenden Jahr bei Waldpflege und Aufforstung unterstützen.

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