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Projekt

Öko-Camps in Sieben Linden

© Freundeskreis Ökodorf e.V.

Projekte

Im Ökodorf Sieben Linden können junge Menschen Gemeinschaft und Nachhaltigkeit erproben – und sich selbst dabei neu entdecken. 110 junge Menschen tauchten im Rahmen der naturnahen Öko-Camps ein in eine zukunftsfähige, naturnahe Lebensweise und ins Miteinander.

Projektstart

  • 18.04.2022
  • Sachsen-Anhalt
  • Freundeskreis Ökodorf e. V.
  • 110 Teilnehmende
  • 6 bis 26 Jahre
Kategorie: Kompakt – Camp

Der besondere Ort

Die Gemeinschaft Sieben Linden baut mit 150 Bewohner:innen seit 25 Jahren in Sachsen-Anhalt ein weltoffenes Ökodorf auf – Gäste sind immer willkommen. Ziel ist, einen kleinen ökologischen Fußabdruck zu erreichen und dabei ein richtig gutes, sinnerfülltes Leben zu leben. Diese gelebte Utopie zieht immer wieder junge Menschen an, die auf der Suche nach Sinn und Vorbildern sind. Diese Suche wurde sicherlich durch die Maßnahmen der Corona-Krise noch verstärkt.

Bio-Essen, Digital Detox und die Kunst der Kommunikation

Die Camps in Sieben Linden fanden unter minimalistischen, naturnahen Gegebenheiten statt – sie wirkten einerseits abenteuerlich und anregend, andererseits auch herausfordernd: Komposttoiletten, Outdoor-Duschen, vegan-vegetarische Bio-Ernährung, Schlafen im Zelt, den Tag überwiegend draußen verbringen und die schwarze Dunkelheit unbeleuchteter Nächte. Das Gebot, Handys nur im Flugmodus zu nutzen (kein WLAN, kein Mobilfunkempfang) bedeutete „Digital Detox“ und eine Rückbesinnung auf die analogen Möglichkeiten des Daseins. Was brauche ich wirklich? - das war eine spannende Frage, die sich geradezu aufdrängte.

598 Tanzschritte brachten die Bühne zum beben

Kommunikation schafft Zusammenhalt

Die Teilnehmenden sind also in eine ganz andere Welt eingetaucht. Sie haben gelernt, sich anzupassen. Und sie haben gelernt, sich auszudrücken, sich einzubringen und über ihre individuellen Bedürfnisse, zum Beispiel auch bezüglich alltäglicher Themen wie die Kompost-Toiletten zu sprechen. Gemeinsam fand man Lösungen. Dazu luden tägliche Sharing-Runden ein, in der Kommunikationsmethoden der Konfliktlösung und Gemeinschaftsbildung eingeführt und erprobt wurden. Miteinander sprechen will geübt sein – das hat die Coronakrise eindrücklich gezeigt. 

„Wir meinen, dass wir in allen Camps gute Lerneffekte im kommunikativen und sozialen Bereich erzielt haben – es ist ein kooperatives Miteinander gewachsen, das auch den kontroversen Dialog aushalten konnte.“
Kati Lippold, Pädagogisches Team

Kreativität und Natur gehören zusammen

Tanzen, Papierschöpfen, Perlenschmuck basteln, Kontakt zu Pferden und Alpakas, Hulahoop, Baumklettern, Gestalten mit Naturmaterialien und Bogenschießen sind nur einige Beispiele aus einer Reihe spannender Workshops. Aus dem Zugang zur Natur und zur eigenen schöpferischen Kraft wurde oftmals ein lehrreicher Dialog. Theaterspielen gehörte zu den Highlights der Camps – ob kurze Workshops oder eine kreative Serie mir abschließender Aufführung. Durch Körper, Stimme in einer Geschichte konnten die eigene Geschichte, die persönlichen Blockaden und Grenzen in einem anderen Licht betrachtet und ein Stück weit verwandelt werden.

Nächtliche Abenteuer im stockdunklen Sieben-Linden-Wald haben manchen gelehrt, der eigenen Angst ins Gesicht zu sehen und einen Umgang damit zu finden. Auch hier war Kommunikation das entscheidende Faktor für neue, mutige Schritte einzelner Kinder.

Die Kinder und Jugendlichen fanden laut ihrer Feedbacks ihre jeweiligen Campingareale mit Gemeinschaftsjurten, den Programm-Mix aus Geist und Körper und das Klettern besonders toll. Und die praktischen handwerklichen Projekte kamen ebenfalls gut an: 

„Die verschiedenen Bauprojekte mit unterschiedlichem Fokus haben Spaß gemacht und wir haben eine Menge gelernt dabei.“
Ein jugendlicher Camp-Teilnehmer

Das Boot auf dem Trockenen?

Diese Generation junger Erwachsener sieht sehr klar, dass ihr auch nach der Corona-Krise keine einfache Zukunft bevorsteht. Das Ökodorf selbst bietet viele hoffnungsvolle Lösungsansätze und zeigt, wie Resilienz aussehen könnte. Das Kunst-Handwerksprojekte „Das Boot auf dem Trockenen“ basierte auf einer Beschäftigung mit den Themen Klimawandel – Wasserknappheit – Fluchtursachen und Energiekrise. Es löste viele Diskussionen zu den sich zuspitzenden Krisen unter den jungen Leuten aus. Aber beim Diskutieren sollte es nicht bleiben: Fachkräfte aus dem Handwerk leiteten Bau- und Solarkocher-Projekte an, die zum Thema passten. Resignation verwandelte sich in Tatkraft und Kooperation. Filme, Sharing-Runden, Tiefenökologie waren weitere ganzheitliche Zugänge zu den großen Fragen unserer Zeit. Das „Boot auf dem Trockenen“ steht als erfolgreich beendetes Jugendprojekt, als Mahnmal des Klimakollaps und als Kinderspielgerät in Sieben Linden weiterhin zur Verfügung.

 

Wer Aktuelles über diesen besonderen Ort erfahren möchte, klickt hier.

 

 

Projektende

  • 31.08.2022
  • Sachsen-Anhalt
  • UNTERSTÜTZT DURCH DEN AUF!LEBEN-UMSETZUNGSPARTNER ANU

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