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Projekt

#notmystereotype

BVB Lernzentrum in Dortmund

© DKJS/ Valentum Kommunikation

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Für mehr Chancengleichheit im Sport setzt sich der Equaletics e. V. ein. Im Rahmen von AUF!leben hat der Verein einen Workshop zum Thema Stereotype und Sexismus im Sport ausgearbeitet und gestartet werden, der im besonderen Umfeld stattfindet: direkt im Fußballstadion. 

Projektstart

  • 1. Mai 2022
  • Dortmund
  • Equaletics e. V.
Themenschwerpunkt: Demokratiebildung und Teilhabe

Eine harmlose Frage als großer Denkanstoß

Workshop-Phase von #notmystereotype

„Zähle alle Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft auf, die du kennst.“ Mit dieser Aufgabe starteten rund 25 Jugendliche in den Workshop #notmystereotype. Schnell fielen Namen wie Thomas Müller oder Leroy Sané. „Das waren jetzt alles Männer und nur Fußballer…“, fassten die Teamer Daniel und Luise zusammen und man spürte, wie es in den Köpfen der Teilnehmer:innen zu arbeiten begann. „Fußball ist halt am bekanntesten“, „Man sieht ja kaum was anderes“ – Schnell waren diverse Begründungen zu hören und dann fiel auch ein entscheidender Satz: „Ich kenn halt nur Männer“. Damit war der Grundstein für die nächsten zwei Stunden gelegt, in denen Fragen zu Sexismus, Geschlechterrollen und Stereotypen im Sportkontext analysiert und aufgebrochen wurden. 

24.451 Plätze hat die Südtribüne im Signal Iduna Park die größte Stehplatztribüne Europas
100 Prozent war die Männerquote in einem der Workshops

Gleiche Chancen für alle

Tischkicker im Vordergrund

© DKJS/ Valentum Kommunikation

„Wir haben bei Equaletics ja Chancengleichheit im Sport im Allgemeinen als Thema, aber auch Mädchen und Frauen als marginalisierte Gruppe. Und da ist eben dieses Thema Stereotype ganz, ganz wichtig und das haben wir so als Aufhänger benutzt. Wir haben überlegt: ‚Ok - wie können wir den Stereotyp und auch den Stereotyp mit Sportbezug aufgreifen, dafür sensibilisieren, auch vielleicht umkehren?‘“, schildert Lisa aus dem Vereinsvorstand die Entstehung des Workshops und verweist dabei auf den Schulsport: „Jungs müssen Fußball spielen, Mädchen müssen tanzen. All das ist halt ziemlicher Quatsch und deswegen haben wir überlegt, dass wir das angehen wollen.“

Lernort Fußballstadion – Synergien nutzen

Und wo könnte man besser über solche Themen sprechen als am „Ort des Geschehens“, nämlich im Stadion? Genauer gesagt direkt unter der größten Fankurve Europas im Signal Iduna Park in Dortmund. Im BVB-Lernzentrum fanden die ersten #notmystereotype-Workshops statt und weitere Sport-Standorte sollen folgen. „Uns bei Equaletics ist es wichtig, dass wir keine Parallelstrukturen schaffen, sondern Synergien nutzen. (…) Wir haben jetzt quasi das BVB-Lernzentrum als Partner, was uns zugutekommt“, so Lisa. Dabei geht es um die inhaltliche und methodische Unterstützung, aber natürlich auch um die Location: „Also hier im Stadion zu sitzen, ist einfach mega cool!“. Die Zusammenarbeit ist eine Win-Win Situation, bestätigt Daniel, Jugendbildungsreferent im BVB-Lernzentrum: „Wir freuen uns über die Kooperation, zum einen um frischen Wind reinzubringen und zum anderen, um auch Themen zu bespielen, die in unserer täglichen Arbeit noch nicht so präsent sind.“ 

Nachhaltig (Um-)Denken mit Einfluss auf den Alltag

„Das ist so toll, dann einfach mal zu sehen, was man sich die ganze Zeit nur gedacht hat und danach zu sehen, dass es bei vielen gut ankommt und dass die auch dann wirklich was mitnehmen“, freut sich Workshop-Leiterin Luise im Anschluss an die Veranstaltung. Das Feedback der Jugendlichen spricht für sich. „Ich habe hier heute sehr viel gelernt, wir haben über Sexismus gelernt und dass man allgemein Respekt hat“, sagt Ahmet und Tunahan ergänzt: „Man denkt dann auch nochmal nach: ‚Ist mein Verhalten gerade noch richtig?‘“ Besonders überrascht hat viele, neben dem großen Unterschied zwischen Frauen und Männern in der Sport-Berichterstattung, dass die Chefredaktionen hauptsächlich von Männern besetzt sind, die die Themen steuern. Bei der Abschlussdiskussion wird dann aber ebenso deutlich, dass Sexismus auch bei Männern eine Rolle spielt, die stereotypisch immer „groß und stark sein müssen und nicht weinen dürfen“. Lisa betont, dass Equaletics mit den Angeboten dem entgegenwirken und Vielfalt fördern will. Tunahan fasst es treffend zusammen: „Also was ich auf jeden Fall anders machen würde, ist halt, dass ich Frauenjobs mehr respektiere, also auch Männer die Frauenjobs machen und auch Frauen, die Männerjobs tätigen. Also in beide Richtungen.“ 

(Soziale) Medienkunde als Schwerpunktthema

Dass Medienerziehung für Jugendliche nicht erst seit Corona immer wichtiger wird, ist kein großes Geheimnis. Durch die Pandemie hat sich der Bedarf allerdings noch einmal verstärkt, findet Luise und erklärt den Hintergrund des Workshops wie folgt: „Wenn es dann um Social Media geht, da gibt's ja ganz viele Schülerinnen und Schüler, die während der Pandemie so viel am Handy waren und so viel gelesen haben, so viele Eindrücke bekommen haben. Das ist auch für uns einfach nochmal wichtig, im Rahmen des Workshops zu zeigen, was ist gut an Medien, wie kann man sich informieren? Aber auch Sachen, auf die wir achten können, z.B. in der Berichterstattung: Ist das ausgewogen? Gibt das Sinn? Welche Rollenbilder werden transportiert?“ 

Wir haben seit über eineinhalb Jahren an dem Workshop gebastelt, so viele Vorarbeiten. Das war aber alles noch immer sehr theoretisch und wir hatten so lose Ideen. In den letzten Monaten zu sehen, wie aus diesen losen Ideen immer Konkreteres geworden ist und dann die konkreten Ideen auch mit Leben gefüllt wurden und dass ich jetzt wirklich hier stehe und das Ganze dann auch vor Leuten mache, das ist halt für uns sehr sehr cool zu sehen.

Lisa Steffny, Vorstandsmitglied Equaletics e. V. und Teamerin von #notmystereotype

Also, was ich auf jeden Fall anders machen würde, ist, dass ich Frauenjobs mehr respektiere. Auch Männer die Frauenjobs machen, und auch Frauen, die Männerjobs tätigen - also in beide Richtungen.

Workshop-Teilnehmer

AUF!leben ermöglichte Ausgestaltung und Fortführung des Projekts

Was bisher bei Equaletics auf rein ehrenamtlicher Basis passiert ist, konnte und kann durch AUF!leben jetzt noch weiter professionalisiert und mit der dadurch geschaffenen hauptamtlichen Stelle von Luise vorangetrieben werden. „Was Lisa und die anderen Vorstandsmitglieder da ehrenamtlich leisten, ist eigentlich der Wahnsinn (…) und da war es jetzt schön, durch diese hauptamtlichen Stellen so ein Gewicht von den Schultern zu nehmen“, berichtet Luise über die positiven Auswirkungen der Förderung. Lisa ergänzt: „Das ist einfach eine großartige Erfahrung, die wir auch gerne weiterführen möchten!“ Die Pläne dafür stehen bereits: Nach der Pilotphase des Workshops will das Equaletics-Team in Schulen gehen und mit einer verlängerten Version des Workshops das Thema Stereotype im Sport, Sensibilisierung und Empowerment über ein ganzes Halbjahr noch intensiver und facettenreicher behandeln. Die ersten Gespräche mit Schulen dazu waren bereits erfolgreich und der Start ist für Frühjahr 2023 geplant. 

Projektende

  • 31. August 2022
  • Dortmund

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