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Themenprojekt

jung.engagiert.Teutschenthal

Gruppenbild des Projekts jung.engagiert.teutschenthal

© DKJS/ Valentum Kommunikation

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Fußballplatz und Tischtennisplatte, Volleyballnetz und Basketballfeld, Trainingsgeräte und Sandkasten, Grillstelle und Sitzgelegenheiten: Die Sport- und Freizeitanlage hat alles, was man braucht, um sich körperlich auszupowern oder einfach nur gemütlich zusammenzukommen. Erdacht und umgesetzt wurde sie von einer Gruppe Jugendlicher aus Teutschenthal – unterstützt durch die Förderung von AUF!leben und die Mitarbeit weiterer ehrenamtlicher Helfer:innen.

Projektstart

  • 1. Mai 2022
  • Teutschenthal
  • NANGADEF e.V.
Themenschwerpunkt: Demokratiebildung und Teilhabe

Ort der Begegnung für Jung – und Alt

Im Rahmen des Förderprojekts ist mehr entstanden als nur eine Sport- und Freizeitanlage. Es stellt vor allem einen Ort der Begegnung und des sozialen Miteinanders dar – etwas, das unter den coronabedingten Kontaktbeschränkungen der vergangen zwei bis drei Jahre gerade für Kinder und Jugendliche stark gelitten hat. Bereits zuvor war es um die Treffpunkte für junge Menschen in Teutschenthal nicht optimal bestellt. „Für junge Leute gab es in Teutschenthal nicht viel. Wir hatten vielleicht eine Bank, wo wir uns hinsetzen konnten, oder wir haben uns in eine Wiese gesetzt. Es gab wirklich kaum einen Rückzugsort“, erzählt Nora, ein Mitglied des Jugendforums „jung.engagiert.Teutschenthal“, das aus diesem ersten gemeinsamen Projekt entstanden ist. Dem stimmt auch Mandy Vater zu, die das Vorhaben als Jugendprojektbegleiterin betreute: „Das war der wichtigste Punkt: Man muss der Jugend einen Platz geben, wo sie sein dürfen und sein können.“ 

Nora, Mitglied des Jugendforums 

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Für junge Leute gab es in Teutschenthal nicht viel. Wir hatten vielleicht eine Bank, wo wir uns hinsetzen konnten, oder wir haben uns in eine Wiese gesetzt. Es gab wirklich kaum einen Rückzugsort. Nora, Mitglied des Jugendforums 

 

504 Stunden Arbeit „voller Tatendrang, Mut & Durchhaltevermögen“

Von Unterstützung und Gegenwind

Wie dieser Ort aussehen soll und was dieser zu bieten haben soll, haben insgesamt 17 Jugendliche in einem demokratischen Prozess bei regelmäßigen Treffen und einer Ideenwerkstatt gemeinsam erarbeitet. „Es ging nicht darum, was am schnellsten oder günstigsten umsetzbar ist, sondern was sich die Mehrheit der jungen Menschen wirklich zielgerichtet wünscht“, erläutert Julia Becher vom Trägerverein NANGADEF e. V.. Die Gemeinde war von Anfang an Feuer und Flamme für die Idee der Sport- und Freizeitanlage und ist auch vom Ergebnis begeistert, wie Bürgermeister Tilo Eigendorf bekräftigt: „Wir sind froh, dass wir diese Fläche an zentraler Stelle zur Verfügung stellen konnten, um sie jetzt wieder mit Leben zu befüllen.“ Nicht alle waren gleichermaßen angetan von diesem Gedanken. Es gab Vorbehalte, unter anderem aufgrund von Befürchtungen vor Müll oder Lärm. Der anfänglichen Skepsis einiger Teile der Bevölkerung zum Trotz wollen die jungen Menschen nun das Gegenteil beweisen.

Durch und durch gelebter Zusammenhalt

Sportgerät in Teutschenthal

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Bereits bei der Umsetzung mit einem straffen Zeitplan innerhalb von nur drei Wochen haben die Jugendlichen hohes Verantwortungsbewusstsein und Engagement an den Tag gelegt. So trotzten sie beispielsweise widrigen Wetterbedingungen, wie strömendem Regen bei Baustart und Hitze von bis zu 38 Grad. Doch die Mühen war es wert, wie die 13-jährige Leni sagt: „Es war zwar anstrengend, aber wenn man fertig ist, ist man stolz auf sich und was man geschafft hat.“ Der Einsatz beeindruckte auch Nico Rauth, der von Seiten der Gemeinde die bauliche Begleitung des Projekts übernahm. „Es war wirklich ein schöner Zusammenhalt, bei dem man auch als Erwachsener etwas lernen kann. Da kann man echt stolz auf unsere Jugend sein.“ Nicht zuletzt deshalb hat er sich entschieden, als freiwilliger Helfer zu bleiben „und das mit den Jungs und Mädels durchzuziehen“. Ihm taten es andere Freiwillige gleich. „Ich war erstaunt, wie viele liebe Menschen uns hier geholfen haben. Das war sehr schön“, zeigt sich Nora dankbar. 

Miteinander leben, voneinander lernen

Doch damit nicht genug. „Das eine war der Ort, an dem sich Jugend treffen kann. Das andere war, dass sie gesagt haben, dass sie überhaupt nicht einbezogen werden. Es wurde auch deutlich, dass sie sich während Corona ein Stück weit verloren gefühlt haben. Damit ist der Wunsch entstanden, eine Art Stimme zu haben“, beschreibt Mandy Vater den Projektprozess. Als dessen Ergebnis steht daher nicht nur die Sport- und Freizeitanlage. Es ist auch ein Jugendforum mit sieben Personen entstanden, das sich weiteren Projekten widmen will. „Wir haben überlegt, was man noch machen könnte und was wir cool fänden“, erläutert Jugendforums-Mitglied Lilly die Ideenfindung. Als weiteres Thema steht zukünftig zum Beispiel generationsübergreifende Arbeit auf dem Programm. „Ich wünsche mir, dass wir mit den älteren Generationen mehr zusammenwachsen und weniger Vorurteile herrschen und einfach ein schöneres Zusammenleben hier in Teutschenthal herrscht“, so Nora zu ihrem Antrieb. 

30 Tonnen Schotter wurden mit Schaufel und Schubkarren für den Untergrund des Basketballfeldes an einem Tag eingebettet
Mandy Vater (links) zusammen mit Bundesfamilienministerin Lisa Paus

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Das eine war der Ort, an dem sich Jugend treffen kann. Das andere war, dass sie gesagt haben, dass sie überhaupt nicht einbezogen werden. Es wurde auch deutlich, dass sie sich während Corona ein Stück weit verloren gefühlt haben. Damit ist der Wunsch entstanden, eine Art Stimme zu haben. 
Mandy Vater, Jugendprojektbegleiterin

 

Startpunkt für eine neue Gemeinschaft

Die Sport- und Freizeitanlage als erstes Projekt begeistert bereits kurz nach der Eröffnung Jung und Alt. „Als ich von dem Projekt gehört habe, habe ich mich gefreut und direkt gesagt ‚Endlich mal etwas, wo die jugendlichen Leut‘ einen Anlaufpunkt haben‘“, erzählt beispielsweise die 82-jährige Ute Michalek. „Ich finde das klasse, dass sich junge Leute aufgerafft haben und eine Ecke geschaffen haben, wo sich ältere Leute ausruhen können, wo für Kleinkinder was ist, wo sie Ball spielen können“, beschreibt die Seniorin die Vielfalt des Angebots. Das sieht auch Kindergartenkind Amelie so: „Ich finde gut an dem Spielplatz, dass hier sehr viel ist, was man machen kann.“ Dass hier etwas Außergewöhnliches entstanden ist, bestätigt auch Bundesfamilienministerin Lisa Paus, die sich vor Ort ein Bild von der Sport- und Freizeitanlage machte: „Hier in Teutschenthal ist nicht nur ein neuer Platz entstanden, selbst gestaltet von Kindern und Jugendlichen, sondern eine neue Gemeinschaft. Für sie ist dieser Platz auch ein Startpunkt für ein anderes gemeinsames Miteinander. Genau das brauchen wir.“ Für die Kinder und Jugendlichen ist das nochmal eine zusätzliche Anerkennung ihres Einsatzes. „Der Besuch der Ministerin hat bedeutet, jetzt ist das Projekt abgeschlossen. Und es hat uns gezeigt, dass es etwas Besonderes ist, sonst wäre sie sicher nicht hergekommen“, so Lilly. 

38 Grad konnten den Jugendlichen und ihren Helferinnen und Helfern beim Bau der Sport- und Freizeitanlage nichts anhaben.

Positives Vorbild und Antrieb für andere

Jugendliche von jung.engagiert.teutschenthal

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Für die Zukunft haben die jungen Menschen viel gelernt, laut Nora aber vor allem, dass sie gemeinsam vieles schaffen können. „Ich habe auch mitgenommen, dass man bei sowas mit Herzblut dahinterstehen muss. Die Menschen, die hier sind, tun das. Deswegen funktioniert die Zusammenarbeit auch so gut“, ist die 16-jährige überzeugt. Und wer Teil dieser tollen Gemeinschaft sein will, für den hat Lilly noch einen Tipp: „Wir haben ein Instagram-Profil. Darüber kann uns jederzeit jeder anschreiben, wenn er mitmachen möchte oder eigene Ideen hat. Wir sind für jede Kritik und jede Idee sehr dankbar.“ 

Hier geht's zu unserer Projekt-Filmdoku:

Empfohlener externer Inhalt: YouTube-Video

Projektende

  • 31. August 2022
  • Teutschenthal

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