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Themenprojekt

Ich als Manager*in meines Lebens

Ehrenamtliche bei Meine Bildung und ich e.V.

© DKJS/ Valentum Kommunikation

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Meine Bildung und ich e.V. – hinter diesem Namen verbergen sich etwa 20 Studierende und Berufsanfänger:innen zwischen 18 und 27 Jahren, die ein gemeinsames Motto verbindet: „Wer soll die Welt verändern, wenn nicht wir“.

Projektstart

  • 16. April 2022
  • Osnabrück
  • Meine Bildung und Ich e.V.
  • 200 Kinder und Jugendliche haben bisher teilgenommen.
  • Jugendliche und junge Erwachsene
Themenschwerpunkt: Demokratiebildung und Teilhabe

Am Anfang stand die Idee… und der Bedarf

Den Ausgangspunkt bildeten drei Studierende der Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen an der Universität Osnabrück, die „etwas Eigenes auf die Beine stellen wollten“. Treiber war Mahmoud, Unterstützung fand er in seinen Kommilitoninnen Anja und Johanna. Im Studium beschäftigten sie sich viel mit Rassismus und sozialer Gerechtigkeit. Aus dieser wissenschaftlich-theoretischen Betrachtung ist der Wunsch erwachsen, in der Praxis aktiv zu werden. „Als wir angefangen haben, haben wir gesehen, dass insbesondere Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien, vorrangig mit Flucht- und Migrationshintergrund, am Rand stehen. In der Homeschooling-Phase 2020 hatten ganz viele keine Ahnung vom System, vor allem aber auch diejenigen, die neu nach Deutschland gekommen sind. Sie haben in diesem Moment nicht genug Betreuung gehabt“, erläutert Mahmoud den Handlungsbedarf. „Mit Corona haben wir gemerkt, dass Schülerinnen und Schüler wegen mangelnden Kenntnissen der Sprache, des Bildungssystems oder der vielen Technik, Schwierigkeiten hatten, beim Unterricht dabei zu bleiben“, konkretisiert Anja die Ausgangssituation. 

20 Tutor:innen engagieren sich im Verein

Mission Bildungsgerechtigkeit

Die Idee war geboren, das zentrale Ziel Bildungsgerechtigkeit war formuliert. Auf dieser Basis ging es vom ersten Nachhilfeprojekt über Sprachcafés hin zur Vereinsgründung im August 2021. Der Verein ist jung, aber unter anderem dank der Förderung durch AUF!leben-Zukunft ist jetzt. und des hohen persönlichen Engagements des Organisationsteams rund um Mahmoud, Anja und Johanna hat er nicht mal ein Jahr nach der Gründung schon einen großen Schritt nach vorne gemacht. Mittlerweile gibt es drei Nachhilfeprojekte, einen Jugendtreff sowie regelmäßig Freizeitaktionen wie erlebnispädagogische Projekttage, Camps oder Workshops. Der Großteil wird aktuell durch AUF!leben unterstützt – auch das derzeit größte Projekt mit dem Titel Ich als Manager*in meines Lebens. Es verbindet Nachhilfe mit Mentoring, außerschulischer Unterstützung und ausgewählten Aspekten wie Zeitmanagement und Lernstrategien. „Das Projekt ist als Hilfe gedacht, selbstständig zu werden. Wie kann ich meine Zeit gut einteilen? Wie kann ich gut lernen? Was habe ich für Ziele? Da geht es nicht nur um die reine Nachhilfe, sondern auch Unterstützung bei der Lebensplanung“, erklärt Anja das Konzept. 

Positives Feedback von allen Seiten

Flyer im Seminarraum

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Unter den Tutor:innen, vorrangig Lehramtsstudierende, kommt dieses Konzept gut an. „Es ist nicht nur Nachhilfe, sondern wir helfen als Mentorinnen und Mentoren auch außerhalb der Schule. Ich fand das eine schöne Kombination, die ich so noch nie gesehen hatte. Deswegen wollte ich das unterstützen und habe direkt als Tutorin angefangen“, erzählt Emily. Auch die Schüler:innen scheinen das sehr zu schätzen, wie Maya bestätigt: „Mit gefällt am besten die Teamarbeit und Unterstützung bei vielen Sachen, nicht nur beim Lernen, sondern auch in schwierigen Situationen. Es gibt immer die Möglichkeit, dass man hier fragt und auch Hilfe bekommt.“  

Von uns für uns

Gesprächsrunde bei Meine Bildung und ich e.V.

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Nicht nur die Verbindung zwischen Lehrkräften und Nachhilfeschützlingen ist freundschaftlich. Auch zum Verein haben einige bereits eine enge Beziehung aufgebaut, auch Maya. Sie kommt zwei bis drei Mal in der Woche vorbei, einerseits für ihren Unterricht in Mathe, andererseits hilft sie bei der Planung im Jugendtreff und Aktionen. Dieser Input und Austausch mit Jüngeren ist für das Organisationsteam sehr wertvoll für eine bedarfsgerechte Programmgestaltung. „Es geht ja nicht nur darum, was wir denken, was die Jugendlichen machen wollen, sondern darum, uns gemeinsam mit ihnen genau das zu überlegen, was ihnen gefällt oder ihnen in Osnabrück fehlt“, erläutert Johanna. Mahmoud bekräftigt das mit Blick auf die Gesamtvision: „Das ist das Besondere. Meistens werden einfach Angebote für Zielgruppen gemacht, bei uns funktioniert das ein bisschen anders. Die Teilnehmenden kommen mit ihren Ideen und Vorschlägen auf uns zu und wir unterstützen sie dabei. Das Ziel ist, dieses abgrenzende Konzept, aus wir und ihr zu ändern, so dass wir nicht über eine bestimmte Gruppe oder Zielgruppe reden, sondern als ‚wir‘ gelten.“ 

50 Kinder und Jugendliche nehmen wöchentlich Angebote in Anspruch

Hohe Motivation und gute Stimmung

Tischkicker

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Dieser Vision folgend, investiert Mahmoud sehr viel Zeit und Energie in sein Engagement. „Der Verein ist eigentlich eine Vollzeitstelle“, gibt er lachend zu. Für ihn ist es aber Freizeit, die er neben seiner aktuellen Vollzeitstelle im Beruf und seinem Studium opfert. „Ich mache so viel ich kann, damit viele im Gespräch zusammenkommen, um die unterschiedlichen Formen von Rassismus und Diskriminierung abzubauen. Das ist ein großes Anliegen für mich“, unterstreicht der 26-Jährige, der vor sechs Jahren aus Ägypten zum Studieren nach Deutschland kam, seine Motivation. Auch seine Mitstreiter:innen widmen viel Zeit dem Verein und seinen Projekten. Ein entscheidender Faktor für dieses hohe Maß an Engagement ist nicht zuletzt der Spaß, den es ihnen bereitet, da sind sie sich einig. Und das sieht man ihnen an, im Umgang untereinander und auch mit den jungen Menschen, die sie unterstützen. 

Netzwerk im Aufbau

Trotz der positiven Entwicklung, auf die alle sehr stolz sind, bleiben auch Herausforderungen. Dazu gehört beispielsweise, genau an die Menschen heranzukommen, die der Verein ansprechen möchte. Hier wird das Netzwerk eine entscheidende Rolle spielen, das sich aktuell noch im Aufbau befindet. Momentan läuft sehr viel über Mundpropaganda und persönliche Kontakte des Organisationsteams. Eine gezielte Ansprache- und Netzwerkstrategie mit den richtigen Partnern soll folgen. „Denkbar wäre aus dem Stegreif z.B. so etwas wie Flyerauslage bei Tafeln oder im JobCenter“, so Johanna. 
Die Corona-bedingten Einschränkungen waren Treiber für die Idee. Gleichzeitig haben sie die Projekt- und Vereinsarbeit erschwert. Aktionen ließen sich nur schwer im Voraus planen, da sich die Bestimmungen oft sehr kurzfristig geändert haben. „Wir mussten das dann alles relativ spontan ändern und kommunizieren. Das war schon richtig anstrengend“, erläutert Anja. Auch die Nachhilfe konnte in dieser Zeit größtenteils nur online stattfinden, was gewisse Qualitätseinbußen mit sich brachte. 

Blick in die Zukunft

Da ist die gegenwärtige Situation deutlich positiver: „Ich bin oft hier im Büro, wenn nebenan Nachhilfe ist, und dann hör ich zwischendurch Lachen von dort. Ich glaube, die Nachhilfe macht schon auch Spaß“, schmunzelt Johanna. Dass sie seit April 2022 über eigene Räumlichkeiten für Nachhilfe, Jugendtreff, Sprachkurse und Aktionen am Wochenende verfügen, ist mitunter ebenso ein positiver Effekt der AUF!leben-Förderung. Auch das Team selbst hat nun einen Ort, an dem sie jederzeit zusammenkommen und sich besprechen können, beispielsweise wie es in Zukunft weiter gehen soll. Fest steht, es soll weiter gehen. „Es war immer ein Traum von mir, erstmal einen Verein zu gründen und später auch eine eigene Stiftung. Ich weiß nicht, ob das machbar ist, aber wir bleiben dran“, versichert Mahmoud mit einem Augenzwinkern. 

Projektende

  • 31. August 2022
  • Osnabrück

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