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Themenprojekt

Crossborder Remix & Warum hier? - ein Filmprojekt

Jugendliche beim Trommel-Workshop

© DKJS/ Valentum Kommunikation

MIT!machenProjekte

Ein zurückgezogener Ort in der Uckermark, zwei Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten, jede Menge glückliche und dankbare Teilnehmenr:innen: Auf Gut Kleinow kamen Jugendliche zusammen, um auf verschiedenen Wegen kreativ zu wirken. 

Projektstart

  • 11. April2022
  • Uckerfelde
  • Capoeira Angola e.V.
  • 2 Jugendprojekte
  • Crossborder Remix
  • Warum hier? - ein Filmprojekt
Themenschwerpunkt: Demokratiebildung und Teilhabe

Die Leidenschaft für das, was sie tun

Auf den ersten Blick teilen sie nicht sehr viel miteinander außer formale Rahmenbedingungen wie denselben Trägerverein und Veranstaltungsort sowie die Förderung durch das Programm AUF!leben. Und doch verbindet das Filmprojekt „Warum hier?“ und das Musikprojekt „Crossborder-Remix“ eine Sache mehr als die beiden Gruppen vielleicht denken: Die Leidenschaft für das, was sie tun. Für die jeweilige Kunstform, mit der sie ihren Gedanken und Gefühlen Ausdruck verleihen. Auf Gut Kleinow in Uckerfelde fanden die Jugendlichen beste Voraussetzungen, um das sowohl in Bewegtbild als auch musikalisch zu tun. Betrieben wird das Gelände durch den Capoeira Angola e.V., mit dem Susanne Oesterreicher und ihr Mann seit 2001 Jugendprojekte verschiedener Art durchführen. „Wir bauen diesen wunderschönen Ort nach und nach um, um hier Kinder- und Jugendprojekte zu machen“, erzählt sie. Seit einiger Zeit sind dafür die Grundbedingungen geschaffen, auch wenn noch einiges zu tun ist. Bereits in den vergangenen Jahren haben Camps und Aktionen unterschiedlicher Art auf Gut Kleinow stattgefunden. So kannten sich einige der Teilnehmer:innen des Film- und des Musikprojekts, die nun zeitgleich als Camps über mehrere Tage auf Gut Kleinow stattfanden, bereits von dort. 

„Warum hier?“ – Entdeckt und engagiert

Aboudrahman, Initiator und Organisator des Filmprojekts

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Auch der Leiter des Filmprojekts „Warum hier?“ Aboudrahman ging aus einem früheren Camp hervor.  „Er hat hier die ersten Erfahrungen mit Filmen gemacht, mit Filmprojekten in Kleinow angefangen. Er wurde dann sogar als Schauspieler entdeckt und hat jetzt in einem großen Film über die Flüchtlingslager in Griechenland mit einem sehr guten Regisseur gemacht“, zeigt sich Susanne Oesterreicher etwas stolz. Spricht man mit Aboudi, wie man ihn hier kurz nennt, merkt man ihm seine Professionalität und das große Interesse, eine Geschichte rundum gut filmerisch zu erzählen, an. „Ich möchte mehr Erfahrungen sammeln, nicht nur als Schauspieler, sondern auch mit Regie und anderen Tätigkeiten am Set“, sagt er. Umso dankbarer ist er für die Chance, sein eigenes Filmprojekt auf Gut Kleinow umzusetzen: „Susy hat mir von der Möglichkeit einer Förderung erzählt und dass ich ein Projekt machen könnte, und ich dachte mir, warum nicht. Es gibt so viele Leute, die hier mitmachen wollen.“ Laut ihm könne man hier so vieles machen, egal um welche Geschichte es geht. Bei „Warum hier?“ hat er sich für ein eher düsteres Szenario in Richtung Horrorfilm entschieden. Grundzüge der Handlung lassen einen Bezug zu den coronabedingten Einschränkungen der letzten Jahre erahnen: Einige Leute halten sich nicht an eine auferlegte Ausgangssperre und Maskenpflicht, sie flüchten vor der Polizei in den Wald. Dort finden sie ein verlassenes Haus, in dem sie sich verstecken können. Plötzlich schließt sich die Tür – vermeintlich von allein – und sie sind darin gefangen. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn wer weiß, was sich daraus noch entwickelt. Nur so viel: Das Ende bleibt laut Aboudi offen. 

940 So viele Kilometer von Freiburg nach Uckerfelde legte der Teilnehmer mit der weitesten Anreise für das Projekt zurück.

„Crossborder-Remix“ – Musik, die keine Grenzen kennt

Nicht zuletzt aufgrund der Ausrichtung des Capoeira Angola e.V. spielt Musik auf Gut Kleinow immer eine große Rolle. Seit 2016 organisiert der Verein hier auf dem Land Ferienfreizeiten mit Workshops für Tanz und Capoeira, einer brasilianischen Kampfkunst bzw. einer Art Kampftanz mit Ursprüngen in Afrika. Kein Wunder also, dass auch musikbegeisterte Jugendliche dort einen Ort für die Umsetzung ihres Projekts „Crossborder-Remix“ fanden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Rap, aber auch andere verschiedene Musikkulturen fließen ein. Die Jugendlichen schreiben Texte, bringen sich in vielen Facetten ein. Als Producer ist Kolja an Bord: „Ich mach die Beats und nehm‘ die Leute auf und geb‘ mein Bestes, dass dann auch noch gut abzumischen. (…) Es macht mir wahnsinnig viel Spaß.“ Sein Freund Giovanni hatte die Idee für das Musikcamp und ist dessen Leiter. „Ich bin ja noch sehr jung, und Kolja auch. Darum dachte ich, wir könnten ein Projekt mit Jugendlichen starten, da wir dann eher auf einer Ebene zusammen sind“, erläutert er seine Motivation und zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis:

Giovanni Santos, Initiator und Organisator des Musikprojekts „Crossborder-Remix“

© DKJS/ Valentum Kommunikation

„Ich bin sehr glücklich und ich glaube, alle die hier sind, sind auch dankbar für die Chance, so professionell Musik zu machen. Alle kommen irgendwie aus einer anderen Ecke und haben sonst vielleicht nicht die Möglichkeit dazu.“ 

Giovanni Santos, Initiator und Organisator des Musikprojekts „Crossborder-Remix“

Besondere Chance und individuelle Inspiration

Das unterschreiben auch die Teilnehmer:innen von „Crossborder-Remix“, wie beispielsweise Maxence, der als MC vor Ort ist: „Es ist sehr cool, dass man hierherkommen kann und das machen kann und es für uns auch kein Geld kostet. Das ist für mich, der jetzt nicht so viel Geld hat, dass er 300 Euro für eine kurze Studiosession zahlen kann, natürlich cool. Deswegen bin ich hier und nutz‘ die Möglichkeit.“ Nicht alle haben schon Erfahrung mit Musikproduktion wie sie bei „Crossborder-Remix“ stattfindet, auch das Interesse ist unterschiedlich ausgeprägt. Daher geht Giovanni individuell auf die Jugendlichen ein: „Ich frag immer wieder nach, wie es den Leuten hier geht und ob alles ok ist. Wir haben auch ein paar Jüngere dabei und machen daher zwischendrin auch immer mal etwas anderes wie Boxtraining oder Breakdance.“ Denn zwingen möchte er niemanden zu etwas: „Sowas wie Musik, so eine Kunst, das kann man nicht erzwingen, das muss von sich aus kommen, aus dem Herzen und aus dem Gefühl entstehen.“ Und wer weiß, vielleicht trägt „Crossborder-Remix“ ja dazu bei, das musikalische Interesse des ein oder anderen zu wecken oder zu verstärken.  

Projektende

  • 31. August 2022
  • Uckerfelde

AUF!leben –
Der Podcast

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