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Projekt

Common Ground – play lead create

© KICKFAIR & Jörg Jäger Fotografie

MIT!machenProjekte

Im Common Ground kommen junge Menschen an Schulen durch einen spielerischen Zugang in Bewegung, machen positive soziale Erfahrungen und erleben Wertschätzung und Zusammengehörigkeit. Die beteiligten Jugendlichen übernehmen selbst zentrale Rollen bei der Gestaltung der Projektaktivitäten, entdecken dabei ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und erleben sich als selbstwirksam. Dadurch verbessert sich auch der Sozialraum Schule als Lebensort. 

Projektstart

  • 01.01.2022
  • Bundesweit
  • KickFair e. V.
  • 8.054 Teilnehmende
  • 135 neu geschulte pädagogische Fachkräfte
Kategorie: Transfer

Der Impuls zum Projekt

Die Corona-Pandemie hat bestehende Chancenungleichheiten massiv verschärft. Um die jungen Menschen, die am stärksten von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind, bei der Gestaltung positiver Zukunftsperspektiven zu unterstützen, haben sich KICKFAIR und Common Goal in 2020 zusammengeschlossen. Dabei ist mit Common Ground ein Projekt entstanden, das an Schulen verankert ist und durch das innovative KICKFAIR Bildungskonzept junge Menschen in die Lage versetzt, ihre Potenziale entfalten zu können. Durch AUF!leben werden bundesweit sechs zusätzliche Projektstandorte geschaffen, in denen Common Ground an Förder, Haupt- und Mittelschulen oder (bundeslandspezifisch) ähnlichen Schultypen umgesetzt wird.

Endlich wieder positive Erlebnisse

Nach zwei Coronajahren der sozialen Distanzierung und fehlenden Räumen, wo Kinder und Jugendliche ihre Sorgen und Probleme teilen und bearbeiten konnten, haben sich Konflikte auf den Schulhöfen spürbar verstärkt. Durch Common Ground rücken endlich auch wieder der Spaß und die Frage nach einem gelingenden Miteinander in den Fokus, was sich über die Projektlaufzeit hinaus positiv auf die Gemeinschaft an den Schulen auswirkt.
 

Wie dies gelingt, zeigte sich bereits, als der Common Ground zum ersten Mal an der Max-Schmeling-Stadtteilschule in Hamburg aufgebaut wurde: Denn es herrschte plötzlich eine positive Grundstimmung, wo sonst große Anspannung zu spüren ist. Der Straßenfußball Court ist attraktiv und sorgt für echte Highlights im Schulalltag. Er vermittelt den jungen Menschen gegenüber eine Wertschätzung, die sie in den häufig marginalisierten Stadtteilen oder aufgrund ihrer vielfältigen Hintergründe nur selten zu spüren bekommen. Der Common Ground macht neugierig und animiert zum Mitmachen.
 

5 fußballbegeisterte Städte sind bereits im Boot

„Endlich passiert mal was Positives an unserer Schule und in der Gegend. Ihr könnt gerne jeden Tag kommen.“ 
Anna, Projektteilnehmerin

Spielerisch in Bewegung und Begegnung kommen

© KICKFAIR & Jörg Jäger Fotografie

Damit alle beim Spielen Spaß haben können, legen die Teilnehmer:innen die Spielregeln selber fest. Im moderierten Dialog können sie ihren Mitspieler:innen mitteilen, welches Verhalten ihnen beim Spielen wichtig ist. Sie lernen dabei ihre Gefühle und Bedürfnisse zu benennen. Durch die Mitgestaltung der Fairplay Regeln im Common Ground fühlen sie sich gehört und werden selbst aktiv. In den Workshops geht es aber auch um Reflexionsprozesse: Wer bin ich? Wer bist Du? Wer sind wir gemeinsam? Über verschiedene Methoden, die Verbindung von Straßenfußball mit Sprache, Emotionen und Kulturen haben, stellen die Teilnehmer*innen fest, dass sie zwar alle unterschiedlich sind, sie letztlich aber doch auch Gemeinsamkeiten verbinden. Im Common Ground kommen junge Menschen miteinander in den Austausch, die vorher kaum ein Wort gewechselt haben. Sie spielen zusammen in gemischten Teams und haben eine gute Zeit miteinander.
 

Neue Rollen und neues Miteinander

Über den Projektzeitraum hinweg sind immer mehr Teilnehmer:innen aktiv geworden und in neue Rollen geschlüpft, die sie sich selbst ausgesucht haben und die es im Unterricht nicht gibt – egal ob es das Moderieren während des Spiels, das Erstellen von Spielplänen oder das Helfen beim Aufbau des Courts ist. In der kurzen Zeit von einem Schulhalbjahr haben Schüler:innen, die durch die soziale Isolierung besonders belastet waren, begonnen, ihre eigenen Talente neu zu entdecken und zu entfalten, Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag zur Stärkung des Zusammenhaltes als Klassen- und Schulverbund zu leisten. Sie haben neue Räume für den Dialog und das Miteinander eröffnet und es geschafft, ihre eigenen Gefühle so zu verbalisieren, dass Konflikte auch ohne Gewalt angesprochen werden können. 
 

„Der Common Ground gibt Jugendlichen das Gefühl, gehört, ernst genommen und respektiert zu werden. Schülerinnen und Schüler, die normalerweise niemals zusammengespielt haben, klatschen sich nach dem Tor ab, motivieren sich anstatt zu beleidigen, geben sich nach Spielende die Hände und helfen sich gegenseitig auf.“ Adrian W., Sport- und Vertrauenslehrer, Hamburg

Veränderte Perspektiven und neue Ansätze

Es sind nicht nur die jungen Menschen selbst, die im Laufe des Projektes erkennen, welche Talente und Fähigkeiten sie haben, die in der Schule vorher aufgrund fehlender Anlässe nicht zum Vorschein gekommen sind. Sondern auch die pädagogischen Fachkräfte, die Schüler:innen in neuen Rollen erleben und dadurch anders wahrnehmen. Einige Methoden aus dem KICKFAIR Bildungskonzept wurden von Lehrkräften für ihr pädagogisches Handeln adaptiert. So werden an der Schule auch jenseits des Straßenfußballs gemeinsam Regeln des Miteinanders eingeführt, bei denen die jungen Menschen aktiv mitentscheiden können. Dabei wird auf ihre verschiedenen Bedürfnisse eingegangen und gegenseitig Rücksicht genommen. 

Projektende

  • 31.08.2022
  • Bundesweit

So geht's weiter:

Durch den Common Ground konnten Räume des Miteinanders an Schulen geöffnet werden und Projekt-Teilnehmer:innen als Mediator:innen und Organisator:innen geschult werden. Es gilt nun, dies zu festigen – indem junge Menschen als lokale Expert:innen den Common Ground selbstbestimmt an ihren Schulen weiterführen und ihre Erfahrungen an Jüngere weitergeben. Entscheidend sind dabei der Begleit-Prozess durch die pädagogischen Fachkräfte vor Ort, sowie weiterhin für Highlights durch Projekttage zu sorgen, durch die an der ganzen Schule Aufmerksamkeit für das Engagement der Jugendlichen entsteht und die für zusätzliche Motivation sorgen. www.kickfair.org

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