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Projekt

Jugend Academy

Jugendliche bei der Jugend Academy

© DKJS/ Valentum Kommunikation

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„Lebe die Welt, wie sie dir gefällt“

Rund 25 junge Menschen engagieren sich ehrenamtlich beim Verein „Power On e.V.“ für Kinder und andere Jugendliche. Unterstützt durch AUF!leben-Zukunft ist jetzt. haben sie innerhalb des Projekts „Academy“ die Möglichkeit, sich dafür verschiedene Fertigkeiten anzueignen und sich selbst weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Punkt: Das eigene „psychische Immunsystem“ stärken, um „die Welt von innen heraus verbessern“ zu können. 

Projektstart

  • 05. März 2022
  • Prebberede
  • Power On e.V.
  • 18 Jugendliche
Themenschwerpunkt: Demokratiebildung und Teilhabe

Das Engagement junger Menschen im ländlichen Raum stärken – aber wie?

Drei Mädchen sitzen während der Jugend Academy gemeinsam im Garten

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Mit dieser Frage beschäftigte sich Eric Klausch, Gründer des Vereins „Power On e.V.“ und Initiator des Projektes „Academy“. Das Selbstverständnis von „Power On e.V.“ liegt darin, Kinder und Jugendliche zu „empowern“, also zu mehr Selbstermächtigung zu verhelfen. Doch dafür braucht es junge Menschen, die sich freiwillig zu diesem Zweck engagieren. Gerade im ländlichen Raum, der mit Abwanderung zu kämpfen hat, ist das nicht immer einfach. So auch in Mecklenburg-Vorpommern: „Für mich ist es wichtig, hier meinen Heimatort zu bewahren – mit Menschen. Wenn keine Menschen mehr da sind, ist ein Ort ja auch nur ein Ort“, begründet der 28-jährige Eric seine Überlegungen. Die Konkurrenz zu den Städten, in denen es nicht an Möglichkeiten mangele, sich zu engagieren und dadurch neue Menschen kennenzulernen, sei groß. „Und für mich war dann die Frage: Wie kann man auch als Engagement-Träger so attraktiv sein, dass junge Leute wieder herkommen?“, erläutert Eric weiter.

8 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind Jugendliche und junge Erwachsene. Das ist deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Mit den aktuellen Herausforderungen umgehen

Die Bedeutung von Gemeinschaft und Zugehörigkeit sei laut Eric sehr groß für den Zusammenhalt und den Erhalt eines Vereins. Bei den jungen Teammitgliedern bestehe ein hoher Bedarf „an Sicherheit, an Netzwerk, an Gemeinschaft, an Gruppenzugehörigkeit“, nicht zuletzt aufgrund der Schnelllebigkeit durch soziale Medien. Der Beginn der Corona-Pandemie stellte neben den demografischen Entwicklungen daher eine zusätzliche Herausforderung dar, wie Eric beschreibt: „Diese Gemeinschaft zu pflegen, das hat Corona sehr schwer gemacht natürlich. Und bei den jüngeren hat natürlich durch Lockdown, Schulstress, Abistress, Klimakrise, Krieg usw. die mentale Gesundheit sehr gelitten. Die hatten viele mit sich auch zu tun gehabt und damit, erstmal alles wieder zu ordnen.“

Neuer Antrieb durch AUF!leben-Förderung

„Erstmal wieder auf sich selbst klarkommen“ – das war der Auslöser, das Projekt „Academy“ ins Leben zu rufen. Ein Projekt, in dem die jungen Engagierten Workshops und deren Inhalte für sich selbst erarbeiten können. Dadurch erlernen sie nicht nur wichtige Kompetenzen des Projektmanagements. Sie reflektieren auch ihre eigenen Träume und Ideen, mit denen sie das gesellschaftliche Leben bereichern können und wollen. Ein wichtiger Punkt, wie Eric findet: „Es braucht Räume, wo Menschen sich eine positive Zukunft erträumen und dann die konkreten Schritte durchführen können.“ Die Förderung durch AUF!leben kam daher genau zum richtigen Zeitpunkt. „Das hat jetzt auch diesen Impuls durch AUF!leben gebraucht, dass das Leben und die Gemeinschaft und der Aktivismus auch wieder entstehen können. Ich glaube, ohne AUF!leben hätten wir das nicht wieder so ankurbeln können und hätten die jungen Menschen nicht wieder so zusammengekriegt“, zeigt sich der Academy-Initiator dankbar.

Eric, Gründer des Vereins „Power On e.V.“ und Initiator des Projektes „Academy“

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Es braucht Räume, wo Menschen sich eine positive Zukunft erträumen und dann die konkreten Schritte durchführen können.

Eric, Gründer des Vereins „Power On e.V.“ und Initiator des Projektes „Academy“

Ganzheitliche Gesundheit in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche

e Wieso nun aber ausgerechnet ein Workshop, der sich der persönlichen psychischen Widerstandskraft widmet? Laut Eric gibt es aktuell von Klimakrise über Pandemie hin zu Krieg genügend Gründe, mental nicht gesund zu sein. Ziel sei es deshalb, den jungen Vereinsmitgliedern wieder eine Verbindung zu sich selbst und ihrer inneren Leidenschaft zu ermöglichen: „Menschen, die etwas tun, worauf sie selbst keine Lust haben, gibt es schon genug. Und das führt dann zu Burnout und Depression und mentaler Ungesundheit.“ Das spiegelt sich auch wider, als Workshop-Teilnehmer Maart von den Auswirkungen der Coronakrise auf seinen persönlichen Schulalltag erzählt: „Durch die Coronazeit ist es mir schwerer Gefallen, Sachen zu lernen. Man hat quasi verlernt, zu lernen. Es ist gefühlt alles anstrengender als vorher.“ Eric selbst stimme es deshalb hoffnungsvoll, wenn er junge Menschen trotz widriger Umstände aufblühen sieht: „Dass sie sich engagieren und sich stark machen und aufleben – nicht aus einer Angst heraus, sondern aus einer Leidenschaft und einer positiven Vision heraus. Das ist das, was unsere Gesellschaft braucht und auch die Welt verändert.“

Durch Achtsamkeit die Welt von innen heraus verbessern

Auch Achtsamkeit ist ein wichtiger Bestandteil des Workshops. Darunter fallen, wie Eric erklärt, beispielsweise folgende Aspekte: Richtige Atmung, der Umgang mit Stress, Konfliktlösung, das Erkennen eigener Grenzen, der achtsame Umgang mit sich selbst. Diese stellen für ihn „Grundlagen des Lebens und des sozialen Miteinanders“ dar und sollten deshalb auch Teil unseres Bildungssystems sein. Eine ähnliche Bedeutung sah Teilnehmerin Anouk beim Blick auf die Inhalte des Workshops. Für sie sei die Erfahrung des Alleinseins während eines Auslandsaufenthaltes der Auslöser gewesen, sich mit Achtsamkeit und Selbstfindung zu beschäftigen. Daher war es ihr nun ein Herzenswunsch, ihre Erfahrungen an andere Menschen weiterzugeben. „Ich fand das Academy-Prinzip einfach eine super Möglichkeit, diesen Grundgedanken fortzuführen – fürs Kindercamp, aber auch so fürs Leben generell“, zeigt sie sich begeistert. „Es kommen an solchen Wochenenden immer Aspekte, die ich vorher nie so richtig betrachtet habe, die aber total wichtig sind. Wo ich dann für mich feststelle, dass ich sie gerne viel früher hätte wissen wollen. Dadurch ist das auch immer wie so eine kleine Fortbildung für den Geist und für sich selber.“ Kevin, ein weiterer Teilnehmer, betont außerdem die Bedeutung von Achtsamkeit in Hinblick auf sein Engagement beim „Power On e.V.“: „Wir können da ein bisschen runterfahren und etwas lernen, wie wir zum Beispiel im Kindercamp mit den Kindern umgehen können. Ein bisschen zu beruhigen und nicht alles so hektisch zu machen. Das hat schon einen großen Wert.“

Anouk, Teilnehmerin der Academy

© DKJS/ Valentum Kommunikation

Es kommen an solchen Wochenenden immer Aspekte, die ich vorher nie so richtig betrachtet habe, die aber total wichtig sind.

Anouk, Teilnehmerin

Selbstwirksamkeit als Schlüssel für gesellschaftlichen Einsatz

Eng verknüpft mit den Workshop-Inhalten ist auch Selbstwirksamkeit. Diese beschreibt die innere Überzeugung, schwierige Situationen durch das eigene Handeln und aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Ein Bild davon, was diese Fähigkeit persönlich auslösen kann, zeichnet Anouk: „Also ich habe immer so ein Siegergefühl in mir, wenn ich über meinen Schatten springen muss. Dann habe ich ein gutes Gefühl, dass ich das gemacht habe. Dadurch kann man auch neue Sachen für sich finden, wo man vorher nicht gedacht hätte, dass das funktionieren könnte, die dann aber am Ende doch funktionieren. Und das ist eine coole Sache.“ Für Eric stellt es in Hinblick auf Engagement einen elementaren Bestandteil dar, dass junge Menschen erfahren, „wie sie planen können, wo sie ins Tun kommen und aus ihrer Welt erstmal ausbrechen und sich in andere junge Menschen reinversetzen können.“ Visionen entwickeln, selbst umsetzen, Selbstwirksamkeit und Handlungsmacht erleben – all das führe letztlich auch dazu, dass sich junge Menschen „hier im ländlichen Raum wohlfühlen, hier ein Praktikum machen oder temporär arbeiten, oder tatsächlich auch wieder zurückziehen, eine Familie gründen und langfristig das Leben vor Ort bereichern.“

Projektende

  • 31. August 2022
  • Prebberede

AUF!leben –
Der Podcast

Wie können wir Kinder und Jugendliche in Krisenzeiten stärken? Um diese Frage dreht sich unser neuer Podcast. Jetzt reinhören!

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