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AUF!gelebt: Eine erste Bilanz

Stefan Apel von der DKJS erklärt die AUF!leben-Evaluation

© DKJS/Jörg Farys

 

Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen. Das war Ziel von AUF!leben – Zukunft ist jetzt. Ist das geglückt? Wie war die Resonanz auf das Programm? Wie sehen die Wirkungen aus? Eine erste Bilanz. 

Inklusive Aktionscamps am Meer, langfristige Mentoringprojekte, selbstorganisierte Festivals, ein Berufsvorbereitungsprojekt für Mädchen: Es ist nicht einfach, die Vielfältigkeit der etwa 6.000 Projekte zu fassen, die zwischen September 2021 und August 2022 im Rahmen von AUF!leben umgesetzt wurden. Auf der Basis der begonnenen Auswertungen von Fragebögen, die mehr als 15.000 Teilnehmer:innen beantworteten, können nun erste Aussagen dazu gemacht werden, ob und wie diese Projekte wirkten. 

Beantragt wurden Projekte für rund 285.000 direkt erreichte Kinder und Jugendliche. Direkt erreicht bedeutet, dass pädagogische Fachkräfte und andere erwachsene Unterstützer:innen mit ihnen im persönlichen Kontakt gearbeitet haben. Aktuell wird geprüft, welche Maßnahmen auch tatsächlich in welchem Umfang stattfanden. Es zeichnet sich ab, dass die Größenordnung auch gehalten wird.

„Ursprünglich hatten wir mit 150.000 Kindern und Jugendlichen geplant. Dass wir so viele mehr erreichen konnten, ist ein Wahnsinnserfolg.“

Stefan Apel, Leiter des Teams Wirkung und Entwicklung in der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). 

Wofür wurden die Fördermittel von AUF!leben eingesetzt?

Insgesamt wurden Fördermittel in Höhe von 72 Millionen Euro bewilligt, die 1.250 Träger in sieben verschiedenen Förderkategorien beantragten. Mehr als die Hälfte (ca. 37,4 Millionen Euro) der Gelder gingen an Projekte in der Kategorie KOMPAKT, in der mehrtägige Angebote für Gruppen gefördert wurden. „Diese Kategorie war unser Dauerbrenner. Die Angebote bieten offensichtlich sehr gute Rahmenbedingungen, um mit Kindern und Jugendlichen wirksam an den Herausforderungen, die durch Corona entstehen, zu arbeiten“, erklärt Stefan Apel weiter.  

Ein anderes Bild ergibt sich bei der Auswertung, in welcher Förderkategorie die meisten Heranwachsenden erreicht wurden. An den kürzeren IMPULS- (ca. 63.000) und FLEX-Angeboten (ca. 60.000) nahmen etwa genauso viele Kinder- und Jugendliche teil wie an längeren Kompaktangeboten (ca. 71.500). Geringer ist die Zahl der Teilnehmer:innen an Mentoring-Projekten (ca 1.800). Dafür arbeiteten die Mentor:innen sehr intensiv mit den Kindern und Jugendlichen, von denen sich mit 75 Prozent ein besonders hoher Anteil in Risikolagen befindet. Sie begleiteten sie über sechs Monate und verbrachten im Schnitt mehr als 80 Stunden mit ihnen. Diese ausgewogene Mischung sagt viel aus über die Konstruktion von AUF!leben – Zukunft ist jetzt. Es sollten ganz unterschiedliche, passende und umsetzbare Angebote für möglichst viele, ebenfalls sehr unterschiedliche Kinder und Jugendliche geschaffen werden. Die Zahlen beweisen, dass dies gelungen ist.  

Psychische Gesundheit und Resilienz stand immer im Mittelpunkt 

Bei der Arbeit mit allen 285.000 Kindern und Jugendlichen ging es darum, die psychische Gesundheit inklusive Resilienz zu verbessern, dies war ein verpflichtendes Förderkriterium aller Projekte. Bei Projekten für knapp 250.000 Heranwachsende spielte zudem die Stärkung von sozialen Beziehungen eine wichtige Rolle und bei Projekten für 130.000 Teilnehmer:innen stand die physische Gesundheit – also Bewegung und Ernährung – und die Verbesserungen der Selbstlernkompetenzen im Fokus.

Das Programm richtete sich an Kinder und Jugendliche bis 27 Jahre. Die Auswertungen zeigen, dass die Kernzielgruppe zwischen 6 und 15 Jahre alt war, sich also vor allem aus Schüler:innen zusammensetzte. 3 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in diesem Alter in Deutschland konnten durch AUF!leben erreicht werden. Mit Blick auf die gesamte Zielgruppe, also bis 27 Jahre, war es 1 Prozent.  

Kinder und Jugendliche mit besonderen Belastungen unterstützen  

Ein besonderes Anliegen war, mit AUF!leben zum einen möglichst viele Kinder und Jugendliche zu erreichen, die in Risikolagen leben – also Heranwachsende, deren Eltern von Armut, Erwerbslosigkeit und/oder geringer Qualifikation betroffen sind. Zum anderen standen junge Menschen an Übergängen im Fokus. Übergänge meint in diesem Zusammenhang nicht nur den Übergang von Kita zu Schule oder Schule zu Ausbildung – sondern auch, wenn Heranwachsende einen Status- oder Rollenwechsel in ihrem Lebenslauf erleben, etwa weil sie nach langer Krankheit wieder gesund sind, weil sie noch nicht lange in Deutschland leben oder aus der familiären in eine staatliche Obhut kommen. Die bisherigen Auswertungen zeigen, dass sich 37 Prozent der Teilnehmer:innen an AUF!leben-Projekten in Risikolagen und 31 Prozent in Übergangslagen befinden.  
 

Was wirkt bei wem wie?

Im Mittelpunkt der intensiven Programm-Evaluation steht die Frage: Was wirkt bei wem wie? 75 Prozent der Befragten sind voll ganz zufrieden mit den Projekten, nur 3 Prozent eher oder überhaupt nicht zufrieden. Mehr als die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen geben zum Beispiel an, dass sich ihr psychisches Wohlbefinden, ihre Resilienz und ihre physische Gesundheit durch die Teilnehme an AUF!leben-Projekten verbessert habe. Die Wirksamkeit wurde zudem anhand validierter Skalen und Items erhoben. Was dabei positiv auffällt: „Die Teilnehmer:innen, bei denen wir über die Skalen eine höhere Resilienz messen können, schätzen auch selbst ein, dass sich ihre Resilienz verbessert hat. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass das Programm tatsächlich gewirkt hat“, erklärt Stefan Apel. 

Wie geht es weiter?

In den nächsten Wochen werden die Entwicklungen auf Basis von Vorher-Nachher-Befragungen analysiert, Monitoring-Daten mit Evaluationsdaten verbunden und Erkenntnisse für den ausführlichen Evaluationsbericht und den Wissenstransfer abgeleitet. Dann wird es möglich sein, den Erfolg des Programms umfassender zu analysieren und Wirkmechanismen zu identifizieren, die über AUF!leben hinaus in der Arbeit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und ihrer Partner:innen nutzbar sind. 

Der vollständige Evalutionsbericht wird voraussichtlich im 1. Quartal 2023 erscheinen. Die ersten Ergebnisse können Sie hier nachlesen. 

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